CNC-gefräster Werkzeug-Shadowboard-Einsatz
Ein passgenauer Einsatz mit gefrästen Konturen, in die Werkzeuge „wie von selbst“ zurückfinden – Ordnung mit Profi-Feeling. Ideal als Geschenk für Menschen, die Werkstattliebe ernst nehmen.
Technische Daten
Personalisierungsoptionen
Benötigte Materialien
Birke Multiplex Platte, 12 mm, Zuschnitt ca. 600 x 500 mm (oder passend zur Schublade)
1 Stück
12–20 €
Optional: Birke Multiplex 4–6 mm (Decklage für zweilagiges System)
1 Stück (600 x 500 mm)
6–12 €
Optional: EVA-Schaum 2–3 mm (Antirutsch/Optik, z. B. schwarz/rot)
ca. 0,3 m²
3–8 €
PU-Klarlack wasserbasiert (oder Hartwachsöl)
ca. 100–200 ml
4–10 € (anteilig aus Gebinde)
Schleifpapier (K80/K120/K180/K240)
diverse Bögen
2–5 €
Malerkrepp/Transfer-Tape + Stift/Label (für Markierungen)
1 Set
2–6 €
Holzleim (D3), falls mehrlagig verklebt
ca. 30–60 g
0,50–1,50 € (anteilig)
CNC-Fräser: 6 mm Upcut/Compression (Taschen), 3 mm Downcut (saubere Kanten), 60° V-Bit (Beschriftung)
je 1
25–60 € (Verschleiß abhängig; anteilig pro Projekt ca. 5–15 €)
Benötigte Werkzeuge
- CNC-Fräse (Arbeitsbereich mind. 600 x 500 mm oder in Segmenten fräsen) + Absaugung/Staubschutz (P3) und Gehörschutz.
- CAD/CAM: Fusion 360 / VCarve / Estlcam + ggf. Inkscape für Beschriftung
- Messmittel: Messschieber, Stahllineal, Winkel
- Fixierung: Vakuumtisch oder Schraubzwingen/Spannpratzen, Opferplatte (MDF)
- Exzenterschleifer + Schleifklotz
- Pinsel/Rolle oder Lackierpad
- Optional: Laser (für Beschriftung), Heißluftfön (für Krepp/Schablonen), Entgrater optional
Schritt-für-Schritt Anleitung
Schwierigkeitsgrad: Profi
Schublade/Box und Ziel-Werkzeuge festlegen
30–60 minMiss Innenmaß der Schublade (L x B) an mehreren Punkten. Plane umlaufend 0,5–1,0 mm Luft, damit der Einsatz nicht klemmt (Holz arbeitet!). Lege fest, welche Werkzeuge rein sollen (z. B. 10 Schraubendreher, 3 Zangen, Ratsche + Nüsse).
- Bei Metall-Schubladen sind Ecken oft nicht perfekt rechtwinklig – lieber 1–2 mm Luft an einer Seite einplanen.
- Nicht zu voll packen: 10–15% Fläche frei lassen für spätere Ergänzungen.
Werkzeuge digital erfassen (schnell & präzise)
1,5–3 hWerkzeuge auf weißes Papier legen und fotografieren (Top-Down, Kamera möglichst parallel). Alternativ: Umrisse mit Bleistift nachzeichnen und einscannen. Für hohe Präzision: kritische Maße (Griffbreite, Kopfdurchmesser) mit Messschieber nachmessen. Importiere das Bild in CAD und skaliere anhand einer Referenz (z. B. 100-mm-Maß). Zeichne Konturen als Vektoren nach.
- Nutze eine definierte Referenz im Foto (Lineal/Schieblehre) – sonst wird Skalierung ungenau.
- Plane pro Werkzeug 0,3–0,8 mm Spiel (je nach Frässtrategie/Finish). Für enges ‚Klick‘-Gefühl eher 0,2–0,4 mm, aber erst an einem Teststück prüfen.
Layout/Ergonomie planen
45–90 minOrdne Werkzeuge nach Workflow: häufig genutzte nach vorn, schwere/öligere nach außen. Plane Finger-Aushebe-Mulden (z. B. 18–25 mm Halbkreis) oder seitliche Ausheberampen. Optional: Beschriftungsfelder neben den Taschen oder direkt in die Tasche (V-Carve).
- Zangen und Schraubendreher lassen sich mit 20–30 mm ‚Fenster‘/Mulde deutlich besser entnehmen.
- Lass zwischen Taschen mindestens 8–12 mm Steg stehen (bei 12 mm MPX), damit nichts ausbricht.
CAM: Frässtrategien festlegen (Taschen + Kontur)
60–120 minDefiniere: (a) Taschenfräsen für Werkzeugkonturen, (b) ggf. Schlichtgang (für saubere Seiten), (c) Außenkontur des Einsatzes. Übliche Taschentiefe: 6–10 mm bei 12 mm MPX (Werkzeuge sollen sichtbar „sitzen“, aber nicht komplett verschwinden). Für schwere Teile (Ratsche) eher tiefer, für Schraubendreher flacher.
- Für saubere Kanten oben: 3 mm Downcut für die letzten 1–2 mm (Top-Finish-Pass).
- Taschen nicht mit 90° Innenecken planen: min. Fräserradius berücksichtigen oder Dogbones einbauen.
- Für perfekte Passform: erst ein 1:1-Test eines kritischen Werkzeugs auf Reststück fräsen.
Material vorbereiten & fixieren
30–60 minMultiplex zuschneiden (z. B. 560 x 460 mm). Opferplatte plan machen. Werkstück spannungsfrei fixieren (Vakuum oder mehrere Spannpratzen). Nullpunkt setzen (idealerweise links unten).
- Wenn die Platte leicht krumm ist: mit Schrauben in Opferplatte ziehen oder vorher abrichten/planen.
- Staubabsaugung ist bei Multiplex Pflicht – die Leimlagen stauben stark.
CNC-Fräsen: Taschen (Roh + Schlicht)
2–5 hFräse zuerst alle Taschen. Für 12 mm MPX typisch: 6 mm Fräser, Zustellung 2–3 mm pro Pass, Vorschub je nach Maschine 1200–2500 mm/min. Danach optional Schlichtgang mit kleinerem Fräser (3 mm) oder Kontur-Schlichten (0,2–0,4 mm Aufmaß) für saubere Wände.
- Achte auf Ausrisse an Sperrholzlagen: Downcut/Compression hilft, aber benötigt gute Absaugung.
- Kleine Inseln/Stege im CAM setzen, damit Teile nicht lose werden (bei Durchbrüchen).
Außenkontur fräsen & entnehmen
30–60 minFräse die Außenkontur zuletzt. Nutze Tabs (Stege), damit das Teil nicht wandert. Tabs anschließend abtrennen und bündig schleifen.
- Tabs nicht in Ecken setzen, sonst leidet die Passung. Lieber auf geraden Strecken.
- Nach dem Entnehmen Kanten sofort leicht brechen, bevor Splitter entstehen.
Nacharbeit: Schleifen, Kanten, Passprobe
60–120 minSchleife Flächen (K120→K180/240), Taschenränder von Hand. Teste jedes Werkzeug. Engstellen mit Schleifpapier auf Holzklotz oder kleinem Fräser nacharbeiten. Finger-Aushebungen ggf. nachfräsen/bohren.
- Nicht zu fein vor Lack: Korn 240 reicht, sonst haftet Lack schlechter.
- Wenn ein Werkzeug klemmt: meist sind es 2–3 Kontaktpunkte – gezielt nacharbeiten statt alles größer machen.
Finish: Lack/Öl + optional Farbe/Beschriftung
2–4 h (zzgl. Trocknung, verteilt über 1 Tag)Entstauben (Sauger + Tack Cloth). 1. Lackschicht, Zwischenschliff (K240), 2. Lackschicht. Optional 3. Schicht für Werkstatt-robust. Beschriftung: (a) V-Carve vor dem Lack und dann lackieren, (b) Lasergravur nach dem Lack (bei PU gut möglich). Optional: Taschen farbig auslegen (Acryllack) und danach klar überlackieren.
- Wasserbasierter PU-Lack ist geruchsarm und sehr abriebfest – ideal für Werkstatt.
- Bei farbigen Taschen: erst Klarlack dünn als Sperrschicht, dann Farbe, dann Klarlack – reduziert Unterlaufen.
Optional: Antirutsch-/Schaum-Unterlage oder Zweilagen-Aufbau
30–90 minFür Premium-Look: Unterseite mit 2–3 mm EVA bekleben oder zweilagig bauen (Decklage mit Durchbrüchen, darunter Kontrastfarbe/Schaum). Verkleben mit Sprühkleber oder Kontaktkleber (sauber abkleben!).
- EVA lässt sich sauber mit Cutter + Stahllineal schneiden; Kanten mit Schleifklotz anfasen.
- Kontaktkleber dünn auftragen, sonst gibt’s Wellen.
Markt & Machbarkeit
Einzelanfertigung (kundenspezifisches Werkzeugset): 149–249 €. Premium zweilagig (Kontrast + Beschriftung + Lack 3x): 199–329 €. Standardisierte Varianten (z. B. ‚Wera Schraubendreher-Set‘): 99–169 €.
Ca. 25–45 € (einlagig) bzw. 35–65 € (zweilagig + Schaum), Fräserverschleiß anteilig eingerechnet.
Bei Verkauf 199 € und Material 45 €: ca. 154 € Deckungsbeitrag vor Arbeitszeit/Overhead. Bei 8 h Arbeit entspricht das grob ~19 €/h vor Fixkosten. Bei standardisierten Templates steigt die Marge deutlich (mehr CAM-Aufwand amortisiert sich).
55%6–12 h aktiv + 12–24 h Trocknung (parallel möglich). Serienfertigung nach Erst-Setup: 3–6 h aktiv pro Einsatz (abhängig von Werkzeugset-Komplexität).
Nein
Hoch
Mittel